Einen eigenen Deckrüden zu halten, lohnt sich nicht, wenn man nur vier Hündinnen hat, von denen nur zwei im Jahr werfen. Vor allen Dingen, wenn die vier Damen sehr verschieden sind und jede eigentlich einen Rüden bekommen sollte, der optimal zu ihr passt. Züchten ist auch nicht, wie es leider allzuoft passiert, die Hündin zum "nächstbesten Rüden" zu fahren. Wenn man es ernst mit der Zucht meint heißt das: Stundenlang DTK-Stammbücher - neuerdings heißen die Dinger ja Zuchtbücher - zu wälzen, um nach der "Papierform" eine Vorauslese zu treffen. Dann kommen kilometerweite Fahrten zu den Dackelherren, die "Kerle" in Augenschein nehmen, anfassen, beobachten wie sie sich ihrem Menschen gegenüber verhalten, ob sie fest im Wesen sind, neugierig, forsch und freundlich. Den tollsten Schönheitssieger oder Prüfungssieger kann man getrost für die Zucht vergessen, wenn er ängstlich, nervös, piepsig oder aggressiv ist.

Zum einen muss der Deckrüde in Form und Typ einwandfrei sein, er sollte wegen meine Vorliebe für braune und schwarzrote Hunde auch möglichst beide Farbgene tragen. Keinerlei Kompromisse mache ich mittlerweile an die Anlagen Spurlaut, Härte und Schärfe am Raubwild. Deshalb bevorzuge ich als Deckrüden solche, die den Gebrauchssiegertitel tragen und/oder über eine oder zwei Interbau-Prüfungen das internationale Arbeitschampionat erlangt haben. Nur wenig Kompromisse gehe ich auch ein in Sachen Gesundheit: In der Ahnentafel des Deckrüden sollten möglichst keine Genträger von Erbkrankheiten wie Teckellähme, Epilepsie, Katarakt und PRA zu finden sein (Das lässt sich jedoch nicht immer völlig ausschließen - die Guten sind halt scheinbar häufiger betroffen). Genträger findet man bei sorgfältigem Studium der Stammbücher (heute Zuchtbücher) des DTK als Väter derjenigen, die zuchtuntauglich erklärt wurden.

Das beste wäre natürlich, die Herren im praktischen Jagdbetrieb erleben zu können, aber das ist nur in Ausnahmefällen mal möglich - also muss man sich hier wieder auf die Prüfungsergebnisse verlassen, aber das ist eine unsichere Sache, nicht nur weil Jagdalltag ganz anders ist als Prüfungsalltag, jedoch wenn der Rüde eine Vp im ersten Preis gemacht hat, spricht das dafür, dass zumindest die Chance sehr gut ist, dass der Hund für die praktische Jagd alles Erforderliche mitbringt. - Ob die Paarung die Richtige war, weiß man ohnehin letztlich erst, wenn die Nachzuchten fast anderthalb Jahre alt sind und beim Jagdeinsatz im Busch ihren Rüden/ihre Hündin stehen. Aber wenn die Anatomie der Eltern stimmt, sie ein korrektes Skelett und gute Bemuskelung haben, ihr Wesen in Ordnung ist und sie über genügend Schärfe (Mut) und Härte verfügen sowie eine gute Nase haben, sollten die Nachzuchten eigentlich alles mitbekommen, was einen guten Jagdteckel ausmacht.

Alles in Allem erscheint mir jedoch die Suche nach geeigneten Dackelmännern weniger nervig, als zu Hause einen Rüden an Bord zu haben, den man "alle Nase lang" von einer läufigen Hündin wegsperren muss. Trotzdem:

Letztlich gibt es nicht mehr, als eine Hand voll absolute Spitzenrüden in der großen Population des DTK, die wirklich in der ersten Liga spielen und mit Mittelmaß sollte man sich als ernsthafter Züchter nicht zufrieden geben!



   










  
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